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Bilddateien sind lizenziert als Public Domain Mark 1.0. Berlin, Münzkabinett der Staatlichen Museen, 18247476. Aufnahme durch Reinhard Saczewski.

Röm. Republik: L. Cassius Longinus

Münzstand: Stadt

Nominal: Denar (ANT)

Datierung: 63 v. Chr.

Land: Italien
Münzstätte: Rom (Italia)

Vorderseite: Verschleierter Kopf der Vesta nach l. Im l. F. Kontrollbuchstabe A, im r. F. Schale (culullus).
Rückseite: LONGIN III V. Wähler in der Toga in der Vorderansicht, Kopf nach l., wirft ein mit V beschriftetes Stimmtäfelchen (tabella) in einen Weidenkorb (cista).

Herstellung: geprägt

Münze, Silber, 3,98 g, 20 mm, 4 h

Münzmeister (MM Ant):
Lucius Cassius Longinus
Veräußerer (an Museum):
Jean-Henri Hoffmann

Vorbesitzer:
Captain Charles Sandes

Literatur: RRC Nr. 413,1 (63 v. Chr.); W. Hollstein, Die stadtrömische Münzprägung der Jahre 78-50 v. Chr. zwischen politischer Aktualität und Familienthematik (1993) 191-196 (datiert 60 oder 59/58 v. Chr.).

Webportale:
http://numismatics.org/crro/id/rrc-413.1

Mit den Kontrollbuchstaben ist auf der vorliegenden Emission eine Besonderheit verbunden: Ermittelt man alle vorkommenden und setzt sie in der richtigen Reihenfolge zusammen, ergeben sie den Namen des Münzmeisters, 'L CASSI'. - Der Vestakopf der Vorderseite erinnert an einen vom Urgroßvater des Münzmeisters geleiteten Prozess gegen drei unkeusche Vestalinnen. Die Vestalinnen waren zunächst einer Verurteilung entgangen, doch dann wurde der Prozess neu aufgerollt. Zu diesem Zweck wurde der für seine moralische Strenge bekannte L. Cassius Longinus Ravilla 113 v. Chr. zum Richter (Quaesitor) bestellt. Er setzte eine Verurteilung durch. Der Cululllus gehört zum Tempelgeschirr und ist der Vesta daher als Attribut beigegeben. Nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, dass auch die Rückseite auf den Prozess des Ravilla Bezug nimmt. Der Buchstabe V auf dem Täfelchen der Rückseitenszene zeigt zunächst einmal nur an, dass der Wähler mit der Formel 'Uti rogas' - 'so, wie Du vorschlägst' einer Gesetzesvorlage zustimmt. Bei dieser Vorlage dürfte es sich nach der Argumentation von Wilhelm Hollstein jedoch um nichts anderes als die Rogatio Peducaea gehandelt haben, also jene heimliche Abstimmung, durch die Ravilla zum Richter bestellt wurde und die die Basis seines Handelns für Sitte und Moral war.

Fotograf Vorderseite: Reinhard Saczewski
Fotograf Rückseite: Reinhard Saczewski

Berlin, Münzkabinett der Staatlichen Museen
Accession 1882 Sandes Zugangsart Kauf

Zitierweise für dieses Objekt: Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz, 18247476

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