Valentinianus I. und Valens

Münzstand: Stammesprägung
Datierung: ca. 364-375 n. Chr.

Vorderseite: R-ES-IS - ROMA-NO-R-VM. [RESIS statt REGES]. Zwei antithetische Kaiserbüsten, beide mit Diadem, der Herrscher l. die r. Hand ausstreckend, der Herrscher r. mit der l. Hand am Schwertgriff.
Rückseite: GLORIA ROMANOR-V-M // A-N. Kaiser mit Nimbus reitend nach r., vor ihm die Tyche von Antiochia mit Mauerkrone, in der l. Hand eine Fackel haltend. Im Abschnitt eine liegende weibliche Gestalt mit Füllhorn nach r.

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 1928/5 Zugangsart Kauf Fundort: Polen, Zagórzyn

Gold, 242,49 g, 84 mm, 12 h

Dargestellte/r:
Valentinianus I.
Valens
Veräusserer (an Museum):
Dr. Philipp Lederer

Literatur: K. Regling, Ein Goldmedaillon von 48 Solidi, Berliner Museen. Berichte aus den preussischen Kunstsammlungen 49, 1928, 67-70 mit Abb. (dieses Stück); H. Dressel, Die römischen Medaillone des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin (1973) 400 ff. Nr. 265 Taf. 29 (dieses Stück); A. Bursche, Later Roman-Barbarian contacts in central Europe. Numismatic evidence. Studien zu den Fundmünzen der Antike (SFMA) 11 (1996) 213 f. Nr. 231 (dieses Stück); A. Bursche, Złote medaliony rzymskie w Barbaricum (1998) 254 Nr. 33 Taf. J (dieses Stück); A. Bursche, Roman medallions in Barbaricum. Symbols of power and prestige of Germanic élite in Late antiquity in: B. Kluge - B. Weisser (Hrsg.), XII. Internationaler Kongress Berlin 1997. Akten II (2000) 758 ff. 764 f. Taf. 4 a (dieses Stück); B. Weisser, Das Goldmedaillon aus dem Schatzfund von Zagórzyn in: F. Reinert (Hrsg.), Moselgold. Der römische Schatz von Machtum. Katalog zur Ausstellung im Musée national d’histoire et d’art Luxembourg (2008) 87-90 mit Abb. (dieses Stück); K. Dahmen in: G. Köster - M. Puhle (Hrsg.), Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter (2012) 299 Nr. II.49 b mit Abb. (dieses Stück).

Gehenkeltes Goldmedaillon, barbarische Nachahmung. Entspricht ungefähr 48 Solidi (218,40 g) ohne die Tülle, Dm 75 mm ohne Tülle, 84 mm mit. Laut Dressel geprägt, möglicherweise gepresst. Die Rückseite ist stempelgleich mit einem weiteren Barbarenmedaillon aus dem Fund von Szilágysomlyó, dort die Vorderseite mit Namen des Valens. Da Valens nur 364-367 n. Chr. bzw. sechs Tage im Jahre 375 zusammen mit Valentinianus I. bzw. Gratianus regierte, ist das Vorbild für dieses Medaillon wahrscheinlich 364-367 n. Chr. entstanden. - Flavius Valentinianus war 321 n. Chr. in Cibalae in Pannonien geboren und hatte als Militär gedient. Sein Vater Gratianus war ein anerkannter Kommandeur gewesen. Unter Iovianus war er zeitweise in Ungnade gefallen, aber von Iovianus wieder an den Hof geholt worden. Am 26.2.364 n. Chr. wurde Valentinianus I. in Nikaia zum Augustus erhoben und ernannte bereits am 28.3. diesen Jahres seinen Bruder Valens zum gleichrangigen Mitherrscher. Valentinianus I. starb am 17.11.375 n. Chr. bei Brigetio in Pannonien an einem Blutsturz in Folge eines Wutanfalles. - Flavius Valens (geb. um 328 n. Chr.) war der Bruder des Valentinianus I. und wie dieser ein Sohn des älteren Gratianus, eines angesehenen Kommandeurs. Am 28.3.364 n. Chr. wurde er von seinem Bruder zum Mitherrscher ernannt und war nun für den Osten des Reiches zuständig. Seit dem Tode des Valentinianus am 17.11.375 n. Chr. war Valens nun „Maximus Augustus“, neben dem Sohn des Valentinianus I., Gratianus, der seit 367 ebenfalls den Rang eines Augustus bekleidete. Valens fiel am 9.8.378 n. Chr. in der Schlacht bei Hadrianopolis (Edirne) gegen die Goten.

Fotograf Vorderseite: Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann)
Fotograf Rückseite: Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann)

Zitierweise für dieses Objekt: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18200868

letzte Änderung: 28.11.2017