Halberstadt: Bistum

Münzstand: Bistum
Nominal: Brakteat
Datierung: 1160-1177

Vorderseite: S-S S-TEPH-ANVS P-ROTHOM-A. [Sanctus Stephanus Prothomartyr]. Steinigung des Heiligen Stephanus. Die beiden Steiniger links gekleidet als geharnischte Kriegsknechte des 12. Jhs., aber durch den spitzen Hut als Juden gekennzeichnet. Über Stephanus die segnende Hand Gottes. Im Feld mehrfach unterbrochen Inschrift.

Silber, 0,89 g, 31 mm

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 1860/464 (MA Inv.) Zugangsart Kauf Fundort: Deutschland, Freckleben

Vorbesitzer:
Maetzke

Literatur: Th. Stenzel, Der Brakteatenfund von Freckleben im Herzogthum Anhalt (1862) Nr. 35; J. Cahn, Der Brakteatenfund von Freckleben in Anhalt. Neubearbeitung auf Grund des Bestandes im herzoglichen Münzkabinett zu Dessau (1931) [Auktionskatalog A. E. Cahn 70] Nr. 30; F. Berger, Die mittelalterlichen Brakteaten im Kestner-Museum Hannover (1993) Nr. 1275; A. Suhle, Münzbilder der Hohenstaufenzeit (1938) Nr. 4 (dieses Stück); B. Kluge, Numismatik des Mittelalters (2007) Nr. 355 (dieses Stück).

Der als erster Märtyrer des Christentums (Protomartyr) verehrte Heilige Stephanus, Diakon der Urkirche in Jerusalem, wurde von den Juden gesteinigt. Er ist der Schutzpatron Halberstadts. - Bischof Ulrich von Halberstadt war 1160 durch Kaiser Friedrich Barbarossa abgesetzt und verbannt worden. An seiner Stelle wurde der Domherr Gero zum Bischof erhoben, der 1177 seinen Platz wiederum für Ulrich räumen mußte. Die Zeit 1160-1177, in der es zwei Bischöfe gab, einen vom Kaiser und einen vom Papst unterstützten, wird als das Halberstädter Schisma bezeichnet.

Fotograf Vorderseite: Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann)

Münzpatenschaft: Anonymus

Zitierweise für dieses Objekt: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18201076

letzte Änderung: 03.05.2021