Karolinger: Karl der Große

Münzstand: Kaisertum (MA/NZ), Münzherr: Karl der Große (768-814), König der Franken, seit 800 Kaiser
Nominal: Denar (MA)
Datierung: 813-814 und später?
Münzstätte: Aachen

Vorderseite: KAROLVS IMP AVG. [Karolus Imperator Augustus]. Büste Karls des Großen mit Lorbeerkranz und Kaisermantel (paludamentum) nach rechts. Unter der Büste F.
Rückseite: XPICTIANA RELIGIO. [Christiana Religio]. Viersäulige Kirche, im Frontjoch und auf dem Giebel je ein Kreuz.

Silber, 1,71 g, 20 mm

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 1911 Gariel-Ferrari Zugangsart Kauf

Dargestellte/r:
Karl der Große (768-814), König der Franken, seit 800 Kaiser
Vorbesitzer:
1. Philipp la Renotière von Ferrary 1885 - 1911
2. Ernest Gariel - 1884

Literatur: E. Gariel, Les monnaies royales de France sous la race carolingienne II (1884) 277 Nr. 55 Taf. 45 (als Karl der Kahle angesprochen); P. Grierson, Money and Coinage under Charlemagne, in: Karl der Große I. Persönlichkeit und Geschichte. Katalog Aachen (1965) Taf. 2,28; K. F. Morrison - H. Grunthal, Carolingian Coinage (1967) Nr. 319; G. Depeyrot, Le numeraire carolingien (1998) Nr. 1168; J. Lafaurie, Les monnaies impériales de Charlemagne, in: Académie des Inscriptions & Belles-Lettres. Comptes rendus des séances de l'année 1978, Janvier-Mars (1978) Nr. 19; B. Kluge, Die Bildnispfennige Karls des Großen, in: Moneta Mediaevalis. Festschrift S. Suchodolski (2002) Nr. 11; B. Kluge, Numismatik des Mittelalters (2007) Nr. 215 (dieses Stück); B. Kluge, Am Beginn des Mittelalters. Die Münzen des karolingischen Reiches 751-814. Das Kabinett 15 (2014) Nr. 247 (dieses Stück).

Unicum. Schönste Bildnismünze Karls des Großen und vielfach behandelt. Geprägt anläßlich der Kaiserkrönung des Jahres 800 (Kluge 2002) oder ab 812 nach Anerkennung des Kaisertums Karls des Großen durch Byzanz (Lafaurie 1978). Das F unter der Büste ist als Münzstättensignatur gedeutet worden: Florenz [P. E. Schramm, Die zeitgenössischen Bildnisse Karls des Großen (1928)] bzw. Frankfurt am Main [Grierson (1965) 501-536]. Beide Deutungen sind reine Hypothesen. Die Münzämter durch Buchstaben zu kennzeichnen, ist eine gängige Praxis der Neuzeit, für die es in karolingischer Zeit keine Anhaltpunkte gibt. Dennoch ist der Deutung von Grierson vielfach gefolgt worden, obwohl es sonst keinen Beleg für eine Münztätigkeit in Frankfurt in karolingischer Zeit gibt. Morrison - Grunthal (1967) und Depeyrot (1998) ordnen die buchstabensignierten Bildnismünzen unbestimmten Münzstätten zu.

Fotograf Vorderseite: Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann)
Fotograf Rückseite: Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann)

Münzpatenschaft: Anonymus

Zitierweise für dieses Objekt: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18202748

letzte Änderung: 25.03.2019