Syrakus

Münzstand: Stadt
Nominal: Tetradrachme
Datierung: ca. 413-399 v. Chr.
Münzstätte: Syrakus

Vorderseite: Viergespann (quadriga) in Dreiviertelansicht mit geflügeltem Eros als Lenker nach r., darüber fliegt Nike mit Palmzweig (?) oder Schiffszier nach l., die Eros mit Siegeskranz bekränzt, i. A. Skylla, die nach Fisch greift, davor EYΘ.
Rückseite: ΣYPΑΚΟ-ΣΙΩΝ. Kopf der Kore mit Halsband mit Löwenkopfanhänger und Ohrschmuck nach l., Haare im Nacken hochgestrichen und über Haarschnur und Ähre gelegt, im Nacken Locken. Mohnkapsel vor der Stirn. Darum vier Delphine. Unter dem Halsabschnitt Signatur EVM.

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 1900 Imhoof-Blumer Zugangsart Kauf

Silber, Tetradrachme, 17,36 g, 26 mm, 6 h

Stempelschneider:
Euth...
Eumenos
Vorbesitzer:
Friedrich Imhoof-Blumer

Literatur: F. Imhoof-Blumer - O. Keller, Tier- und Pflanzenbilder auf Münzen und Gemmen des klassischen Altertums (1889) 74 Taf. 13,3 (diese Münze, nur Rs. abgebildet), L. O. T. Tudeer, Die Tetradrachmenprägung von Syrakus in der Periode der signierenden Künstler (1913) Nr. 46 b Taf. 2 (dieses Stück, V15/R28, datiert 413-399 v. Chr.); Schultz (1997) Nr. 154; G. E. Rizzo, Monete Greche della Sicilia (1946) Nr. 4 Taf. 44; C. M. Kraay, Archaic and Classical Greek Coins (1976) Nr. 809 (ca. 413 v. Chr.). - Zur Frage der Datierung: H. Kreutzer, Das Jahr 413 v. Chr. - Fixpunkt für die Datierung der Tetradrachmen von Syrakus aus der Periode der signierenden Stempelschneider, JNG 57, 2007, 53-81; Chr. Boehringer, Zu Finanzpolitik und Münzprägung des Dionysios von Syrakus, in: Festschrift für M. Thompson (1979) 9-15; R. R. Holloway, La struttura delle emissioni di Siracusa nel periodo dei „signierende Künstler“, Annali dell'Istituto Italiano di Numismatica 21-22, 1974-75, 41-48. Vgl. zum Stempelschneider: H. R. Baldus, Das Oeuvre des Stempelschneiders Eumenos von Syrakus im Lichte der frühen Leukaspisdrachmen, Chiron 2, 1972, 37-53.

Der uns nicht vollständig mit seinem Namen überlieferte Euth... signierte die Quadrigaseite dieser Münze. Die Signatur des Rs.-Stempels lautet Eum... und ist wahrscheinlich dem Stempelschneider Eumenos zuzurechnen. Nach Tudeer (1913) sind beide Graveure der zweiten Periode signierender Künstler zuzuordnen. Das Bildmotiv der Vorderseite wird auch als Siegeszeichen gedeutet. Danach trägt die Nike ein Aphlaston (Heckzier eines Schiffes, anstelle des kaum erkennbaren Palmzweiges). Die Zuweisung dieser Prägung zum endgültigen Seesieg der Syrakusaner über die Expeditionsflotte Athens im Jahr 413 v. Chr. kann indes nicht als gesichert gelten. Die Rs. trägt ein Bild der Arethusa/Artemis oder der Demeter (Kornähre).

Fotograf Vorderseite: Dirk Sonnenwald
Fotograf Rückseite: Dirk Sonnenwald

Zitierweise für dieses Objekt: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18205394

letzte Änderung: 28.11.2017