Heginric-Medaillon

Münzstand: Königtum (MA/NZ), Münzherr: Heinrich I. (912-936), König seit 919, seit 912 Herzog von Sachsen
Datierung: 919-936

Vorderseite: HEGINRIC REX. [rückläufig]. Brustbild Heinrich I. mit Diadem und über der Schulter gehaltenem Mantel (Paludamentum) nach rechts. Das Medaillon umgeben von einer breiten Fassung aus geflochtenen Filigrandrähten, die von einem äußeren Perlstabkreis begrenzt wird.

Silber, 13,30 g, 50 mm

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 1887/203 Zugangsart Kauf Fundort: Deutschland, Klein-Roscharden

Dargestellte/r:
Heinrich I. (912-936), König seit 919, seit 912 Herzog von Sachsen

Literatur: H. Dannenberg, Drei Münzfunde aus dem 10. und 11. Jahrhundert, ZfN 15, 1887, 289-290 ('Medaillon'); A. von Sallet, Die Erwerbungen des Königl. Münzkabinets, ZfN 16, 1888, 17-18 ('bracteatenartiges Schmuckstück'); A. von Sallet, Münzen und Medaillen (1898) 118 ('münzähnliches Denkmal'); O. P. Gandert, Die oldenburgischen Silberschatzfunde von Klein-Roscharden (Kreis Cloppenburg), in: Oldenburger Jahrbuch 51, 1951, 159 Nr. 5 ('Schmuckbrakteat mit Zierborte'); A. Suhle, Deutsche Münzgeschichte von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert (1968) 47 Nr. 47 ('Schmuckpfennig'); Münzen in Brauch und Aberglauben. Katalog zur Ausstellung (1982) 122 Nr. 210 ('Münzschmuck mit Kopf Kaiser Heinrichs I.'); P. Berghaus in: P. E. Schramm, Die deutschen Kaiser und Könige in den Bildern ihrer Zeit (1983) Nr. 80.2 ('Schmuckbrakteat'); Das Reich der Salier 1024-1125, Katalog zur Ausstellung (1992) 112 Nr. 11 ('Silberscheibenfibel'); Bernward von Hildesheim und das Zeitalter der Ottonen. Katalog zur Ausstellung II (1993) 367 Nr. VI-40.3 ('Münzplateaufibel'); M. Puhle (Hrsg.), Otto der Große, Magdeburg und Europa. Katalog zur Ausstellung II (2001) 107 f. Nr. III.2 ('Heginric-Medaillon'); B. Kluge, Numismatik des Mittelalters (2007) Nr. 287 ('Heginric-Medaillon', immer dieses Stück).

Mittelteil geprägt, Fassung gegossen. - Dieses Schmuckstück, dessen Bezeichnung in der Literatur vielfach variiert, bietet neben den Siegeldarstellungen das einzige zeitgenössische Bildnis König Heinrichs I., mit dem 919 die neue Dynastie der Liudolfinger (Ottonen) den deutschen Königsthron bestieg. Nach Alfred von Sallet (1898) kann es 'ein officielles, vom Kaiser als eine Art Orden verliehenes Ehrenzeichen sein' ähnlich den antiken Goldmedaillons. Das Stück ist 1887 zusammen mit weiteren Schmuckstücken (Fibeln) und zahlreichen Münzen in Klein-Roscharden in Oldenburg gefunden worden. In diesem Ort ist 1883 ein erster und 15 Meter entfernt 1887 ein zweiter Fund gemacht worden. Fund II enthielt dieses Heginric-Medaillon, das CX-Medaillon (Objektnummer 18217651) und zwei ähnliche gearbeitete Schmückstücke ohne Bildnisse sowie 694 Münzen mit Schlussdatum nach 996. Fund I enthielt ebenfalls mehrere Silberscheibenfibeln (ohne Bildnisse) sowie 73 nach 1002 schließende Münzen. Da beide Funde sehr ähnlich sind, kann man nicht ausschließen, dass es sich um ein einziges Depot handelt. Damit ergäbe sich theoretisch die Möglichkeit, das Heginric-Medaillon auch mit Heinrich II. (1002-1024) in Verbindung zu bringen, da Schatz I auch Münzen Heinrichs II. enthielt. Berghaus (1983) schließt daher eine Darstellung Heinrichs II. nicht aus.

Fotograf Vorderseite: Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann)

Münzpatenschaft: Anonymus

Zitierweise für dieses Objekt: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18206256

letzte Änderung: 25.03.2019