Syrakus

Münzstand: Stadt
Nominal: Tetradrachme
Datierung: ca. 413-399 v. Chr.
Münzstätte: Syrakus

Vorderseite: Viergespann (quadriga) in Dreiviertelansicht mit geflügeltem nacktem Eros nach r., darüber Nike mit Palmzweig (?) nach l. fliegend, die Eros mit Siegeskranz bekränzt. Im Abschnitt Skylla nach r., die nach einem Fisch greift, darüber EYΘ.
Rückseite: ΣY-PΑΚ-ΟΣ-Ι-OΝ. Kopf der Kore nach l., Halsband mit Mohnkapselanhänger und Ohrring. Haare im Nacken hochgenommen, über Haarschnur und Ähre gelegt, im Nacken lose Locken. Darum vier Delphine. Unter dem Halsabschnitt Signatur ΦΡΥΓΙΛΛ/ΟΣ.

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 1906 Löbbecke Zugangsart Kauf

Silber, Tetradrachme, 17,08 g, 30 mm, 3 h

Stempelschneider:
Euth...
Phrygillos
Vorbesitzer:
Arthur Löbbecke

Literatur: L. O. T. Tudeer, Die Tetradrachmenprägung von Syrakus in der Periode der signierenden Künstler (1913) Nr. 47 c Taf. 2 (dieses Stück, ca. 413-399 v. Chr.); A. Berthold - B. Weisser, Athen und Syrakus. Wirtschaftliches Denken und geniale Künstler, in: J. Völlnagel - M. Wullen (Hrsg.), Unsterblich! Der Kult des Künstlers (2008) 31 Abb. 12 (dieses Stück, 413-399 v. Chr.). - Vgl. zu Prygillos: G. Dembski, Phrygillos, Numismatische Zeitschrift 1981, 5-9; ders., Eine neue Gemme des Phrygillos (Gemmen- und Münzstempelschneider in Großgriechenland), in: W. Alzinger (Hrsg.), Pro arte antiqua. Festschrift für H. Kenner I (1982) 62-64; E. Zwierlein-Diehl, Phrygillos. Zum Problem der Identität des Gemmenschneiders und des Münzstempelschneiders, Antike Kunst 35, 1992, 106-117. - Zur Frage der Datierung: H. Kreutzer, Das Jahr 413 v. Chr. - Fixpunkt für die Datierung der Tetradrachmen von Syrakus aus der Periode der signierenden Stempelschneider, JNG 57, 2007, 53-81; Chr. Boehringer, Zu Finanzpolitik und Münzprägung des Dionysios von Syrakus, in: Festschrift für M. Thompson (1979) 9-15; R. R. Holloway, La struttura delle emissioni di Siracusa nel periodo dei „signierende Künstler“, Annali dell'Istituto Italiano di Numismatica 21-22, 1974/1975, 41-48.

Der weibliche Kopf wird auf Grund der Mohnkapseln und der Ähre als Demeter oder Persephone gedeutet. Das Bildmotiv der Vs. wird auch als Siegeszeichen gedeutet. Danach trägt die Nike ein Aphlaston (Heckzier eines Schiffes, anstelle des kaum erkennbaren Palmzweiges). Die Zuweisung dieser Prägung zum endgültigen Seesieg der Syrakusaner über die Expeditionsflotte Athens im Jahr 413 v. Chr. kann indes nicht als gesichert gelten. G. Dembski (1981) und E. Zwierlein-Diehl (1992) vermuten, dass Phrygillos auch als Steinschneider tätig war.

Fotograf Vorderseite: Reinhard Saczewski
Fotograf Rückseite: Reinhard Saczewski

Münzpatenschaft: Ulf Maria Künker

Zitierweise für dieses Objekt: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18211779

letzte Änderung: 25.03.2019