Syrakus

Class/status: City
Denomination: Tetradrachme
Date: ca. 413-406 v. Chr.
Mint: Syrakus

Obverse: Viergespann (quadriga) im Galopp nach l., Nike fliegt nach r. mit Siegeskranz auf Lenkerin, die in erhobener r. Hand eine Peitsche (kentron) hält, zu. Unter doppelter Abschnittslinie Ähre nach l.
Reverse: [ΣΥΡ]-Α-Κ-ΟΣΙΩΝ. Athenakopf fast frontal, leicht nach l. gewendet, mit ornamental verziertem Helm mit Helmbusch, darunter lockiges offenes Haar, und eine Perlenkette. Darum vier Delphine, teils aus den Haaren auftauchend. Signatur auf Helmkessel ΕΥ-Κ-ΛΕΙΔΑ.

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 1906 Löbbecke Zugangsart Kauf

Silber, Tetradrachme, 17,06 g, 28 mm, 12 h

Stempelschneider:
Eukleidas
Previous owners:
Arthur Löbbecke - 1906

Publications: L. O. T. Tudeer, Die Tetradrachmenprägung von Syrakus in der Periode der signierenden Künstler (1913) Nr. 58 c (dieses Stück, 413-399 v. Chr.); A. Berthold - B. Weisser, Athen und Syrakus. Wirtschaftliches Denken und geniale Künstler, in: J. Völlnagel - M. Wullen (Hrsg.), Unsterblich! Der Kult des Künstlers (2008) 29 Abb. 10 (dieses Stück, 410-399 v. Chr.); C. M. Kraay, Archaic and Classical Greek Coins (1976) Nr. 811 (ca. 410 v. Chr.); Μ. R.-Alföldi, Eukleidas - ein Goldschmied?, in: H. Nilsson (Hrsg.), Florilegium Numismaticum. Studia in honorem U. Westermark edita (1992) 357-362 Taf. 1, 8; G. E. Rizzo, Saggi preliminari su l'arte della moneta nella Sicilia greca (1938) 79-103. - Zur Frage der Datierung: Chr. Boehringer, Zu Finanzpolitik und Münzprägung des Dionysios von Syrakus, in: Festschrift für M. Thompson (1979) 9-15; R. R. Holloway, La struttura delle emissioni di Siracusa nel periodo dei „signierende Künstler“, Annali dell'Istituto Italiano di Numismatica 21-22, 1974/1975, 41-48; T. Visser, Die Athena Parthenos des Phidias auf den Tetradrachmen des Eukleidas von Syrakus - Eine griechische Evocatio-Vorstellung, QT 23, 1994, 93-98.

Der Stempelschneider Eukleidas schnitt zwei sehr ähnliche Ansichten dieses Athenakopfes, die sich in der Anordnung der Delphine, der Drehung des Kopfes und der Verzierung des Helmes unterscheiden. Diese erste Darstellung en face auf Münzen rief zahlreiche Nachahmungen in anderen Städteprägungen hervor. Dieses Exemplar zeigt bereits eine leichte Stempelverletzung unter der Nase der Athena. Fast alle bekannten Exemplare aus den beiden Stempeln des Eukleidas mit der Athena in der Vorderansicht zeigen Stempelverletzungen und Brüche, was daher rührt dass der Frontalkopf im hohen Relief nicht für die Verwendung als Oberstempel, den der Prägeschlag direkt trifft, geeignet war. Deshalb schnitt der Stempelschneider Kimon wenig später einen Frontalkopf der Arethusa für eine Münzvorderseite, d. h. einen Unterstempel, von Syrakus. Dieser wird um 405 v. Chr. datiert und gilt als direkter Nachfolger des vorliegenden Athenakopfes.

Photographer Obverse: Reinhard Saczewski
Photographer Reverse: Reinhard Saczewski

Godparenthood: Ulf Maria Künker

Recommended Quotation: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18211797

Latest Revision: 25.03.2019