Messana

Münzstand: Stadt
Nominal: Tetradrachme
Datierung: ca. 420-413 v. Chr.

Vorderseite: [M]EΣΣAN[A]. Maultierbiga mit stehendem Wagenlenker im Schritt nach r.
Rückseite: ΠAN. Der nackte, jugendliche Pan sitzt auf einem Fels, über den er ein Fell gebreitet hat, in Dreiviertelansicht nach l., in seiner l. Hand hält er einen Stab, in seiner r. Hand einen vor ihm auf den Hinterläufen stehenden Hasen.

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 1900 Imhoof-Blumer Zugangsart Kauf

Silber, Tetradrachme, 16,24 g, 27 mm, 6 h

Vorbesitzer:
Friedrich Imhoof-Blumer

Literatur: K. Regling, Die antike Münze als Kunstwerk (1924) Nr. 560 Taf. 26 (dieses Stück); M. Caccamo Caltabiano, La monetazione di Messana (1993) 279 Nr. 509,2 (Vs. 204/Rs. 209, 420-413 v. Chr., dieses Stück), C. M. Kraay, Archaic and Classical Greek Coins (1976) 370 Nr. 776 Taf. 45 (dieses Stück, ca. 420 v. Chr.).

Anaxilas aus Messene siedelte Einwohner von Messene und Samos im früheren Zankle an und nannte es in Messana um. Er soll ebenfalls die ersten Hasen nach Sizilien gebracht haben, welche lange Zeit die Rückseite der Münzen von Messana zierten. Auch die Einführung der Verehrung des arkadischen Hirtengottes Pan, welcher nun auf der Münzrückseite erscheint, wird auf ihn zurückgeführt. Pan, der Beschützer der Hirten, Herden und Jäger, wird auf diesen seltenen messanischen Emissionen in einer natürlichen Umgebung gezeigt. Der erste Eindruck der fröhlichen und friedlichen Szenerie trügt jedoch, während Pan zwar mit dem Hasen spielt, hält er in der anderen Hand einen Stab (lagobolon), der bei der Jagd zur Tötung der Hasen verwendet wird.

Fotograf Vorderseite: Dirk Sonnenwald
Fotograf Rückseite: Dirk Sonnenwald

Zitierweise für dieses Objekt: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18214507

letzte Änderung: 03.05.2021