Katane

Münzstand: Stadt
Nominal: Drachme
Datierung: um 410 v. Chr.
Münzstätte: Katane

Vorderseite: Kopf eines bärtigen Silens mit Glatze und Tierohren in Vorderansicht.
Rückseite: [KA]TANAIΩN. [retrograd]. Kopf des jugendlichen Apollon oder des lokalen Flussgottes Amenanos mit Binde nach l., dahinter ein Lorbeerblatt mit Beere. Auf dem Hals ein liegendes A.

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 1906 Löbbecke Kauf

Silber, Drachme, 4,17 g, 15 mm, 3 h

Vorbesitzer:
Arthur Löbbecke - 1906

Literatur: A. Löbbecke, Griechische Münzen aus meiner Sammlung III, ZfN 15, 1887, 36 f. Taf. 3,2 (dieses Stück); K. Regling, Die antike Münze als Kunstwerk (1924) Nr. 548 Taf. 25 (dieses Stück, 440-400 v. Chr.); G. E. Rizzo, Monete Greche della Sicilia (1946) Nr. 4 Taf. 14 und Nr. 3 Taf. 15 (dieses Stück); P. R. Franke - M. Hirmer, Die Griechische Münze (1964) 40 Nr. 47R Taf. 15 (dieses Stück, datiert um 420-410 v. Chr.); Chr. Boehringer, Über die Münzen von Katane im letzten Jahrzehnt des 5. Jahrhunderts v. Chr., SNR 87, 2008, 17 Taf. 1,17 (dieses Stück, nach 403/402 v. Chr.).

Die auf Sizilien auch für die Köpfe von Nymphen, Göttern oder Flussgöttern beliebte Vorderansicht wird hier für einen Silenskopf verwendet. Derartige Köpfe von Silenen sind von Theatermasken bekannt, eine solche könnte auch auf der Münze dargestellt sein. Der Bart des Silens erspart dem Stempelschneider, den schwierigen Übergang vom Gesicht zum Hals zu zeigen. Arthur Löbbecke hält das auf der Rückseite auf dem Hals angegebene A für die Abkürzung eines Stempelschneidernamens. Es könnte aber sowohl die Abkürzung für Apollon wie für Amenanos sein. Boehringer (2008) sieht diesen Typ entgegen der bislang gängigen Datierung am Ende der Drachmenserie von Katane frühestens ab 403/402 v. Chr.

Fotograf Vorderseite: Reinhard Saczewski
Fotograf Rückseite: Reinhard Saczewski

Münzpatenschaft: Rudolf Hilbert

Zitierweise für dieses Objekt: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18215791

letzte Änderung: 28.11.2017