Schweden: 100 Daler 1666

Land: Schweden
Ausgabeort: Stockholm

Vorderseite: Ett 100 Dal Sölf Mynt. Schrift in Schwedisch mit Wertbezeichnung und handschriftlichen Vermerken, darunter die Unterschriften der Vollzieher, ihre Siegel und zwei Banksiegel als Trockenstempel.
Rückseite: 100 D Sölf Mynt Hans Erichsson. Handschriftliche Wertangabe, Nummer des Scheins und Unterschrift.

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 1931/1099 Zugangsart Schenkung

Papier, 100 Daler, 198-154 mm
Datierung: 1666

Datum: 30. Januar 1666

Vollziehender:
Nils Appelgrehn
Jacob Barchman
Hans Hasselhun
Henrich Marhein
Anders Meyer
Hindrich Stockenström
Erich Torbiörnsson
Direktor:
Johan Palmstruck
Ausgabestelle:
Stockholms Banco
Vorbesitzer:
Prof. Dr. T. G. Appelgren

Literatur: H. Fengler - E. Tewes-Bannicke, Die Geldscheinsammlung des Berliner Münzkabinetts. Berliner Numismatische Forschungen 4, 1990, 101-104, bes. 102 mit Abb. (dieses Stück); J. Weschke, Frühzeit des Papiergeldes. Beispiele aus der Geldscheinsammlung der Deutschen Bundesbank (1970) zum Jahr 1666.

Dieser Kreditzettel über 100 Daler Silbermünze zählt zu den ersten Banknoten in Europa. Diese Scheine wurden seit 1661 von Stockholms Banco ausgegeben. Ihr Gründer und Leiter war der in Riga gebürtige Johan Palmstruck. Seine Unterschrift ist an erster Stelle auf den Scheinen. Die Kreditzettel wurden in Kupfer- oder Silbermünze lautend ausgegeben. Von dieser Emission wurden zwischen 1661 und 1664 insgesamt 5000 Scheine zu 10, 25, 50 und 100 Taler ausgegeben. Die Bank geriet bald in Zahlungsschwierigkeiten und wurde schon 1668 von den Reichsständen übernommen, die Kreditzettel waren bereits 1667 ungültig geworden. Ausgabeanlass der Kreditzettel waren die Geldverschlechterungen 1660 in Schweden, bei denen die im Umlauf befindlichen Kupferplattenmünzen in ihrem Gewicht bei gleichlautendem Wert verringert wurden. Insgesamt sollen sich von der Emission nur ca. 60 Scheine erhalten haben.

Fotograf Vorderseite: Münzkabinett Berlin
Fotograf Rückseite: Münzkabinett Berlin

Zitierweise für dieses Objekt: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18217545

letzte Änderung: 28.11.2017