Mauretanien: Iuba II.

Class/status: Ancient Ruler's issue
Denomination: Denar (ANT)
Date: 7/8 n. Chr.
Mint: Caesarea (Iol)

Obverse: REX IVBA. Kopf des Iuba II. mit Diadem nach r. Im Nacken eine Keule.
Reverse: R XXXII. [im Regierungsjahr 32]. Auf Elefantenkopf nach r. stehende Victoria. In der ausgestreckten r. Hand hält sie einen Kranz, mit der l. Hand schultert sie einen Palmzweig.

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 1907/427 Zugangsart Kauf Find place: Marokko, Banasa (Colonia Iulia Valentia Banasa)

Silber, Denar (ANT), 3,51 g, 18 mm, 2 h

Vorbesitzer:
Paul Richter
Dargestellte/r:
Iuba II. (25 v.-23 n. Chr.), König von Mauretanien
Münzherr:
Iuba II. (25 v.-23 n. Chr.), König von Mauretanien

Publications: K. Regling, Zum Fund von Iubadenaren in Alkasar, ZfN 28, 1910, 9-27. 18 Nr. 21 (dieses Stück); J. Mazard, Corpus Nummorum Numidiae Mauretaniaeque (1955) 89 Nr. 199; D. Salzmann, Zur Münzprägung der mauretanischen Könige Juba II. und Ptolemaios, Madrider Mitteilungen 15, 1974, 174-183. 176. 182; J. Alexandropoulos, Les monnaies de l'Afrique antique (400 av. J.-C. - 40 ap. J.-C.) (2007) 418 Nr. 138; M. Spoerri-Butcher, Le monnayage d'argent émis par le roi Juba II de Maurétanie (I): Catalogue des monnaies datées, SNR 94, 2015, 33-114. 52 Typ 18 b Nr. 91 (dieses Stück); IGCH I Nr. 2307.

Web Portals:
http://coinhoards.org/id/igch2307

Das vorliegende Stück ist Bestandteil eines Münzhortes, der 1907 in der Colonia Iulia Valentia Banasa [bei Regling (1910) abweichender Fundort Ksar-el-Kebir] im heutigen Marokko entdeckt worden ist. Der Fund umfasste mehrere Tausend Exemplare und gehört damit zu den größten bekannten Horten mit Iubadenaren. 26 Exemplare gelangten in das Berliner Münzkabinett; andere wurden für die Sammlungen in New York, Paris, London, Algier und Winterthur gesichert. - Das Herculesattribut der Keule ist nicht vordergründig als Zeichen einer Alexandernachfolge Iubas zu deuten: Iuba II. dürfte es gewählt haben, da er behauptete, von dem Herculessohn Sophax abzustammen. Seine Gattin Kleopatra Selene beanspruchte für sich, sogar über beide Elternteile von Hercules abzustammen - pikanterweise eben auch über ihren Vater Marcus Antonius [dazu: D. W. Roller, The World of Juba II and Kleopatra Selene (2003) 154 f.]. Anders als sein Vater Iuba I. nimmt Iuba II. die Herculesangleichung nicht über die Physiognomie vor, sondern über ein isoliertes Attribut. Dies gibt dem König die Freiheit, sein Gesicht wie auch seine Frisur stark an das augusteische Ideal anzugleichen (vgl. K. Fittschen, Die Bildnisse der mauretanischen Könige und ihre stadtrömischen Vorbilder, Madrider Mitteilungen 15, 1974, 156-173. 167) und auf subtile Art seine Verehrung des Princeps auszudrücken. Das Rückseitenmotiv lässt sich mit der Niederschlagung des Gaetuleraufstandes 6/7 n. Chr. durch Cossus Cornelius Lentulus in Verbindung bringen. Der Aufbau des Bildes ruft dabei sofort jene Denare des Princeps in Erinnerung, auf denen Victoria mit Kranz und Palmzweig auf einem Globus steht (z. B. RIC I² Nr. 254). Das Münzbild honoriert die Hilfe der Römer gegen die Mauretanien bedrängenden Gaetuler und schreibt das Siegesverdienst ganz ihnen zu.

Photographer Obverse: Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann)
Photographer Reverse: Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann)

Recommended Quotation: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18237794

Latest Revision: 26.03.2019