Mauretanien: Iuba II.

Münzstand: Antike Herrscherprägung
Nominal: Denar (ANT)
Datierung: 11/12 n. Chr.
Münzstätte: Caesarea (Iol)

Vorderseite: REX IVBA. Kopf des Iuba II. mit Löwenskalp nach r.
Rückseite: R - XXX-VI. [im Regierungsjahr 36]. Mit Binden (taeniae) geschmücktes Füllhorn (cornucopiae) mit heraushängenden Weintrauben. Dahinter ein nach r. oben gestellter Dreizack (tridens).

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 1907/420 Zugangsart Kauf Fundort: Marokko, Banasa (Colonia Iulia Valentia Banasa)

Silber, Denar (ANT), 2,50 g, 18 mm, 8 h

Vorbesitzer:
Paul Richter
Dargestellte/r:
Iuba II. (25 v.-23 n. Chr.), König von Mauretanien
Münzherr:
Iuba II. (25 v.-23 n. Chr.), König von Mauretanien

Literatur: K. Regling, Zum Fund von Iubadenaren in Alkasar, ZfN 28, 1910, 9-27. 19 f. Nr. 28 (dieses Stück); J. Mazard, Corpus Nummorum Numidiae Mauretaniaeque (1955) 99 Nr. 255; D. Salzmann, Zur Münzprägung der mauretanischen Könige Juba II. und Ptolemaios, Madrider Mitteilungen 15, 1974, 174-183. 175 f. 179; M. Spoerri-Butcher, Le monnayage d'argent émis par le roi Juba II de Maurétanie (I): Catalogue des monnaies datées, SNR 94, 2015, 33-114. 60 Typ 32 b Nr. 244 (dieses Stück); IGCH I Nr. 2307.

Webportale:
http://coinhoards.org/id/igch2307

Das vorliegende Stück ist Bestandteil eines Münzhortes, der 1907 in der Colonia Iulia Valentia Banasa [bei Regling (1910) abweichender Fundort Ksar-el-Kebir] im heutigen Marokko entdeckt worden ist. Der Fund umfasste mehrere Tausend Exemplare und gehört damit zu den größten bekannten Horten mit Iubadenaren. 26 Exemplare gelangten in das Berliner Münzkabinett. Andere wurden für die Sammlungen in New York, Paris, London, Algier und Winterthur gesichert. - Der Löwenskalp auf dem Avers erinnert an die mythische Genealogie Iubas II. Der König behauptete, von dem Herculessohn Sophax abzustammen und reklamierte damit göttliche Ahnen für sich. Seine Gattin Kleopatra Selene beanspruchte für sich, sogar über beide Elternteile von Hercules abzustammen - pikanterweise eben auch über ihren Vater Marcus Antonius [dazu: D. W. Roller, The World of Juba II and Kleopatra Selene (2003) 154 f.]. Anders als sein Vater Iuba I. nimmt Iuba II. die Herculesangleichung nicht über die Physiognomie vor, sondern über Attribute, hier den Löwenskalp. Dies gibt dem König die Freiheit, sein Gesicht stark an das römische Ideal anzugleichen (vgl. K. Fittschen, Die Bildnisse der mauretanischen Könige und ihre stadtrömischen Vorbilder, Madrider Mitteilungen 15, 1974, 156-173. 167) und auf subtile Art seine Verehrung des Princeps auszudrücken. Das Füllhorn der Rs. hingegen ist als Wohlfahrtsmotiv direkt auf Iuba als König bezogen: Dank seiner Herrschaft prosperiert das Königreich, so die Aussage. Der Dreizack schließt dabei Meer und Küste als Wirkungssphäre mit ein.

Fotograf Vorderseite: Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann)
Fotograf Rückseite: Lutz-Jürgen Lübke (Lübke und Wiedemann)

Zitierweise für dieses Objekt: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18237896

letzte Änderung: 03.05.2021