Greiner, Alma und Keiter, Karoline: Nullmünze, 2015

Obverse: 0. Das stark vergrößerte Wertzeichen Null auf mattem Grund mit Rand.
Reverse: Glatt.

Silber, 53,92 g, 51 mm
Date: 2015

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 2016/117 Zugangsart Kauf

Medailleur/in:
Alma Greiner
Karoline Keiter
Veräusserer (an Museum):
Alma Greiner
Karoline Keiter

Publications: A. Küter - B. Weisser, Kunst prägt Geld: MUSE MACHT MONETEN. Das Kabinett 16 (2016) 208 f. Nr. C 10 mit Abb. (dieses Stück).

Beitrag zur Edition und Ausstellung MUSE MACHT MONETEN. Ihre Gemeinschaftsarbeit kommentieren die jungen Künstlerinnen Alma Greiner und Karoline Keiter folgendermaßen: 'Die Nullmünze ist ... als Zahlungsmittel ... wertlos, denn durch die '0' - Prägung wird ein fehlender Wert beschrieben. Gleichzeitig und paradoxerweise ist aber der Gegenstand selbst von hoher Güte. Die Nullmünze kann für uns nur als Kunstobjekt dienlich sein. Wie kommt es, dass Geldwert und Tauschobjekt sich so weit voneinander entfernt haben? Die Null als Zahl ist für uns weder positiv noch negativ, sie macht keinen Sinn in Bezug auf Material und drückt eine Lücke aus. Jedoch ist die Null beispielsweise unverzichtbar in der digitalen Welt, die sich aus Nullen und Einsen zusammensetzt und in dieser Hinsicht von unschätzbarem Wert. Der Fokus der Nullmünze liegt im Material und dessen Verarbeitung, Dinge die für uns mess- und fühlbar sind. Den Geldwert eines Kunstwerkes zu bestimmen ist eine Herausforderung. Es ist genauso widersprüchlich wie eine Goldmünze mit einer '0' zu betiteln. Ein Spiegel bildet die Rückseite der Münze. Er setzt sie ins Verhältnis zu seinem Betrachter und macht diesen selbst zum Konterfei. Die Nullmünze erfährt eine Wertsteigerung durch die Möglichkeit der Identifikation des Betrachtenden, jedoch ist dieser austauschbar. Der Spiegel spielt auf Eitelkeiten an, die uns durch Geld verliehen werden kann. Die Nullmünze steht im Widerspruch zu unseren Wertvorstellungen. Der Umgang mit ihr muss behutsam sein. Sobald der Spiegel beschmutzt ist, sehen wir auch unser Antlitz ungenau. In unserer Arbeit treffen Münze (durch Wertprägung) und Medaille oder Medaillon (durch den Spiegel) aufeinander. Auch die Größe von ca. 5 cm Durchmesser spielt mit der Grenze zwischen den beiden Objekten.' - Greiner und Keiter stellten die Nullmünze mittels eines Balanciers in einer Goldschmiedewerkstatt in Handprägung her. Sowohl den Münzrohling als auch den Münzstempel fertigten sie von Hand an und prägten ihn unter der Spindelpresse eigenhändig aus.

Photographer Obverse: Reinhard Saczewski
Photographer Reverse: Reinhard Saczewski

Recommended Quotation: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18248829

Latest Revision: 26.03.2019