Andreev, Rossen: Muse Macht Moneten I, 2015

Vorderseite: Ein bärtiger nackter Mann kauert auf dem Boden und umfasst eine Statuette mit weiblichem Akt auf hoher Basis. Hinter ihm eine weibliche Figur, eine hohe dorische Säule und am Boden liegend zahlreiche Geldstücke.
Rückseite: MUSE - MACHT - MONETEN. Am Rand umlaufende Umschrift. In einem Innenkreis ein gleichseitiges Dreieck.

Bronze, 486,00 g, 108 mm
Datierung: 2015

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 2016/75 Zugangsart Kauf

Medailleur/in:
Rossen Andreev
Veräusserer (an Museum):
Rossen Andreev

Literatur: A. Küter - B. Weisser, Kunst prägt Geld: MUSE MACHT MONETEN. Das Kabinett 16 (2016) 189 f. Nr. C 1 a mit Abb. (dieses Stück).

Beitrag zur Ausstellung und Edition MUSE MACHT MONETEN 2016. - Das Thema der Edition inspirierte Rossen Andreev zu einer umfangreichen Suite. Sieben verschiedene Vorderseiten werden mit sechs ähnlich aufgebauten, gestalterisch jedoch variierenden Rückseiten kombiniert. Auf ihnen wird das Editionsthema schlagwortartig umgesetzt. Durch die Wahl der Majuskeln und die ringartige Geschlossenheit der drei Wörter in der Rückseitenlegende lässt Andreev bewusst offen, wie die Wörter zu lesen sind: Die Lesart 'Muse macht Moneten' ist ebenso möglich wie die Frage 'Macht Muse Moneten?' oder die parataktische Reihung der drei Substantive Macht, Moneten, Muse. In der gleichen Weise, wie die Wörter der Rückseiten willkürlich gereiht und verstanden werden können, lassen sich auch die Vorderseiten einzeln sehen oder gruppieren. Eine bestimmte Reihung kreiert eine Bildgeschichte, eine andere bietet neue Assoziationen. Die Vorderseite der vorliegenden Medaille zeigt eine Figur, die an einen Künstler denken lässt. Ob er sich in einer Werkstatt befindet oder im Freien, bleibt unklar. Die alleinstehende Säule lässt an eine Landschaft im antiken Griechenland denken. Der bärtige Bildhauer erinnert vage an den mythischen 'Bildhauer' Prometheus, der Menschen aus Ton schuf. Eine Atmosphäre der Isolation umgibt den Kunstschaffenden. Der Lohn für seine Arbeit liegt bereits neben ihm, doch scheinen ihn die Geldstücke nicht zu interessieren: In sich versunken blickt er auf die kleine Skulptur in seinen Händen. Von ihr kann oder will er sich nicht lösen.

Fotograf Vorderseite: Reinhard Saczewski
Fotograf Rückseite: Reinhard Saczewski

Zitierweise für dieses Objekt: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18248995

letzte Änderung: 28.11.2017