Hentschel, Anne Karen: Übergang 1, 2013

Vorderseite: Auf glattem grauen Untergrund mit einfließender weißer Fläche drei schwarze, plastisch hervorgehobene Figuren. In verdrehter Körperhaltung sitzt eine isoliert, während die zwei anderen sich teils überlagern.
Rückseite: Glatt.

Kunststoff, 46,94 g, 89 mm
Datierung: 2013

Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin
Accession 2018/3 Zugangsart Kauf

Medailleur/in:
Anne Karen Hentschel
Veräusserer (an Museum):
Anne Karen Hentschel

Einseitige Medaille, Beitrag zur internationalen Medaillenausstellung anlässlich des 34. Kongresses der FIDEM in Namur 2016. - Das unikale, aus Acrylharz auf Mineralbasis mit Pigment gegossene und gespachtelte Stück entstammt einer vierteiligen Werkgruppe. In dieser Studie variiert vor allem der Untergrund, während die Figuren ihre Position behalten (auf 'Übergang 2' freilich mit zwei Fehlstellen). Die verschiedenen Farbflächen bilden eigene Räume und dienen als Ersatz für ein erhabenes Relief. Ein Relief ist gleichwohl vorhanden, aber für die Figuren reserviert. Die klare Abgrenzung der Farbschichten spielt auf die Beschaffenheit mancher antiker Gemmen an, die aus mehrfarbigen Steinen wie dem Hämatit, Chrysopras oder Sardonyx herausgeschnitten wurden. Die ballettähnlichen, gleichwohl unkoordiniert wirkenden Bewegungen der drei jungen Männer erinnern inhaltlich an die Choregraphien William Forsythes. Die Figuren erobern den Raum, durchbrechen dabei Flächen und überlagern sich in halsbrecherischen, unrealistischen und gleichsam schockgefrorenen Bewegungsabläufen. Der Betrachter nimmt dies aus der Vogelperspektive wahr; dies erhöht die Distanz zum Geschehen und dient als Mittel der Ausgrenzung.

Fotograf Vorderseite: Bernhard Weisser
Fotograf Rückseite: Münzkabinett Berlin

Münzpatenschaft: Anonymus

Zitierweise für dieses Objekt: Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin, 18260925

letzte Änderung: 26.03.2019