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Die Vorderseite preist Philippus mit dem griechischen Pendant zum 'nobilissimus Caesar'. Das Rückseitenbild nennt Ehrentitel der Stadt und nimmt auf den Gründungsmythos von Aigeai Bezug, dazu Haymann (2014) 19-21. Im sogenannten Alexanderroman (Peudos-Kallistenes, Hist. Alex. 2,23) erfährt man im fiktiven Brief Alexanders an Aristoteles dazu folgendes: „Ich muss euch über meine Schlacht gegen Dareios berichten. Ich hatte gehört, dass er mit anderen Königen am Golf von Issos stand und eine Menge Truppen versammelt hatte. Da nahm ich viele Ziegen, band Fackeln an ihre Hörner und rückte in der Nacht aus. Als die Perser die Fackeln von weitem sahen, glaubten sie, es sei ein unzählbares Heer. Daher gerieten sie in Angst und wurden besiegt. So errang ich diesen Sieg und gründete an dem Ort eine Stadt und nannte sie Aigai." Die Ziege war das sprechende Wappen der Stadt (Ziege = gr. αἶξ) und erinnerte vielleicht auch bewusst an die Ziegenmünzen der gleichnamigen makedonischen Stadt. Die Göttin mit Architekturmodell in der Hand kann ganz wörtlich gelesen werden: Die Stadt (= Tyche) unterhält (= Hand) eine Neokorie (= Tempel). Die begehrte Neokorie, die offenbar an den alten Tempel des Asklepios gekoppelt war, hatte Aigai wohl von Severus Alexander (230/231 n. Chr.) erhalten. Entsprechend stellt die Statue im Interkolumnium wohl die Kultstatue des Heilgottes dar.
Griechische Münzen in der Römischen Kaiserzeit
Als der Adoptivsohn Caesars, genannt Octavianus, im Jahre 27 v. Chr. zum Augustus erhoben wurde, merkten die griechischen Bewohner des Römischen Reiches, dass die Bürgerkriege der späten Republik vorbei waren. Das neue System des Prinzipates versprach Frieden und eindeutige Ansprechpartner in Rom, die die städtischen Honoratioren in das Herrschaftssystem einbanden. Die Städte begannen wieder zu prosperieren. Die nun hergestellten städtischen Münzen bestanden überwiegend aus Bronze. Sie sind Zeugnisse des Selbstverständnisses der Städte und deren Verhältnis zum römischen Kaiserhaus. Die Vorderseiten trugen nun anstatt von Götterbildern überwiegend die Porträts von Angehörigen des Kaiserhauses. Auch die Rückseiten konnten in Bezug auf Rom gestaltet sein. Einen größeren Umfang nahmen hier jedoch Bilder in unmittelbarem Bezug auf die Stadt selbst ein. Am häufigsten waren Darstellungen der städtischen Gottheiten, ihrer Begleiter und Attribute. Die Münzen sangen ein Städtelob mit Strophen auf das ehrwürdige Alter und die Zugehörigkeit zur griechischen Koiné. Sie zeigen die lokalen Heroen und Mythen. Der Schmuck der Stadt mit Architektur und berühmten Skulpturen ist auf den Münzen zu sehen. Homer, Herodot und andere Vorfahren (‚viri illustres’) trugen zum Ruhm der Stadt bei. Mit Stolz präsentiert man die Festspiele und die Ehrentitel der Stadt, um die man mit anderen Städten konkurrierte. Ab Mitte des 3. Jahrhunderts verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage, so dass es zunehmend unattraktiv wurde, eigenes Geld zu produzieren. In der Regierungszeit des Tacitus (275/276 n. Chr.) gaben auch die letzten Prägeorte die Herstellung städtischen Geldes auf. In Alexandria dagegen endet die reguläre Münzprägung 295/296 bzw. mit dem Usurpator Domitius Domitianus 297/298 n. Chr.