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Marie Munk wurde 1885 als Tochter des Landgerichtsdirektors Wilhelm Munk in Berlin geboren. 1907 legte sie das Abitur ab und nahm daraufhin als eine der ersten Frauen in Deutschland das Studium der Rechte auf. Zunächst verbrachte sie zwei Semester an der Universität Berlin, danach immatrikulierte sie sich an der Universität Freiburg, wechselte nach einem Semester nach Bonn und studierte daraufhin drei Semester in Heidelberg. Nach ihrer Promotion in Heidelberg im Jahr 1911 war sie in einem Bonner Rechtsanwaltsbüro und in einer Münchner Rechtsberatungsstelle tätig, bevor sie 1924 nach bestandener zweiter Staatsprüfung als erste Frau in Preußen zur Assessorin ernannt wurde. Danach war sie als reichsweit zweite Rechtsanwältin tätig und wurde 1929 zur ersten (oder zweiten – das ist umstritten) Berufsrichterin Deutschlands ernannt. Munk war Mitbegründerin und Vizepräsidentin des Deutschen Juristinnenvereins. 1936 emigrierte sie in die USA, wo sie als Rechtsanwältin und außerordentliche Professorin an der Harvard Universität tätig wurde. - Identifiziert als Arbeit der Erna Rosenberg aufgrund des Tätigkeitberichtes des Berliner Frauenbundes vom Jahre 1977 (dort irrig als Erika Rosenberg).
Jugendstil
Um 1900 wurde die Medaille von einer inhaltlichen und formalen Erstarrung befreit, die sie im Laufe des 19. Jh. in ihren künstlerischen Entfaltungsmöglichkeiten eingeengt hatte. Prägeeffekte mit einem matt glänzenden Relief auf „polierter Platte“ hatten die Vorstellung von einem anscheinend „ewigen“ Medaillenstil verfestigt. Art Nouveau, Sezession und Jugendstil sind Bezeichnungen für neues Fühlen und Gestalten auch im Medaillenschaffen. Mit „Volkslied der Skulptur“ wählte Alfred Lichtwark, einer ihrer Protagonisten, eine Metapher für Synergien, die die Medaille aus den künstlerischen Gesamtbestrebungen bezog. Fließende Formen, Reduzierung der Miniaturdenkmale auf Alltägliches, auf Gefühle und Stimmungen, kennzeichnen die neue Auffassung von der Medaille als einem „sinnlichen“ Relief. Durch Vermeidung harter Konturen selbst bei der seriell produzierten Prägemedaille und mittels kunstvoller Patinierungen wurde der ästhetische und haptische Reiz der neuartigen Kleinreliefs verstärkt. Vorreiter waren die fast ausschließlich in Paris bzw. Wien ansässigen französischen und österreichischen Medailleure. In Deutschland waren die Bildhauerzentren Berlin und München zwar auch im Medaillenschaffen dominierend, aber die alten Reichs- und Residenzstädte mit ihren Münzstätten und privaten Prägebetrieben sorgten gleichermaßen für stilistische und technische Innovation.